Ratgeber zur Auswahl

Außenbeleuchtung: IP, Materialien, Solar oder Netz

Eine Außenleuchte arbeitet bei Regen, Frost und Hitze. Unten erfahren Sie, welchen IP Hauseingang, Fassade und Teich brauchen, warum Aluminiumdruckguss besser ist als Kunststoff, wie lange eine Solarleuchte im Winter leuchtet und wann man doch ein Kabel verlegt.

  • 4 Minuten Lesezeit
  • Team newsuper.shop

Wie man den IP-Code liest

Der IP-Code hat zwei Ziffern. Die erste steht für den Schutz gegen Staub und Fremdkörper: 4 – gegen Fremdkörper über 1 mm, 5 – Staub dringt ein, stört den Betrieb aber nicht, 6 – staubdicht. Die zweite für den Schutz gegen Wasser: 4 – Spritzwasser aus allen Richtungen, 5 – Strahlwasser, 6 – starkes Strahlwasser, 7 – zeitweiliges Untertauchen bis 1 m für 30 Minuten, 8 – dauerndes Untertauchen bis zu der vom Hersteller angegebenen Tiefe.

Im Außenbereich entscheidet die zweite Ziffer:

  • IP44 – Vordach, Hauseingang, überdachte Terrasse, die kein Schlagregen erreicht.
  • IP65 – offene Fassaden, Pollerleuchten im Garten, Strahler, Mastleuchten mit Ausleger: Standard für alles, was nass wird.
  • IP67 – Bodeneinbauleuchten in Pfützen und Schnee, Außentreppen.
  • IP68 – Brunnen, Pools, Teiche.

Ein hoher IP ersetzt keine fachgerechte Montage: Kabeleinführung nach unten, Verbindungen in einer dichten Abzweigdose oder Muffe mit demselben IP.

Gehäusematerial

Aluminiumdruckguss mit Pulverbeschichtung ist das Optimum für Fassaden, Strahler und Mastleuchten: rostet nicht, leitet Wärme ab, hält Schläge aus. Dünnes eloxiertes Aluminium bleicht in der Sonne innerhalb von 2–3 Jahren aus – achten Sie also auf Wandstärke und Lack.

Edelstahl AISI 304 für Pollerleuchten und Leuchten am Wasser, AISI 316 für Küstenlagen mit Salz in der Luft. Polierter Stahl sieht hochwertig aus, braucht aber Pflege.

Kunststoff (Polycarbonat, ABS) ist die günstige Variante für Gartenkugeln und Leuchtenschirme, nur mit UV-Stabilisierung: Gewöhnlicher Kunststoff vergilbt nach wenigen Saisons und wird spröde. Dafür bricht eine Abdeckung aus Polycarbonat im Gegensatz zu Glas nicht.

Silikondichtungen halten länger als Gummidichtungen, Kabelverschraubungen aus Metall länger als solche aus Kunststoff.

Wie viel Licht nötig ist

AufgabeLichtstrom und LeistungLeuchtentyp
Gartenweg100–300 lm je Lichtpunkt, Abstand 2–4 mPollerleuchten 30–60 cm, Bodeneinbauleuchten
Hauseingang, Haustür400–800 lmWandleuchte IP44–IP65 mit Bewegungsmelder
Hausfassade600–1 500 lm je LeuchteFassadenleuchten Up-and-Down, Strahler 10–20 W
Hof, Stellplatz für 2–3 Autos3 000–5 000 lmStrahler 30–50 W in 3–4 m Höhe
Zufahrt, Straße6 000–12 000 lm je MastMastleuchte mit Ausleger 50–100 W in 6–8 m Höhe

Funktionslicht – 4000 K: weiß genug für die Sicherheit, ohne bläulich zu blenden. Dekoratives Licht in Garten und auf der Terrasse – 3000 K.

Solarleuchten ohne Illusionen

Eine Solarleuchte vereint Modul, Akku, Laderegler und LED in einem Gehäuse: kein Kabel, Montage in 10 Minuten, Licht auch bei Stromausfällen. Die Einschränkungen:

  • Im Winter schwächer. Im Dezember ist der Tag dreimal kürzer, die Sonne steht tief. Gute Modelle leuchten im Sparmodus die ganze Nacht mit 30–50 %, billige Kugeln gehen nach Mitternacht aus.
  • Das Modul braucht Sonne. Im Schatten von Bäumen oder auf der Nordseite des Hauses lädt der Akku nicht – dann braucht man ein abgesetztes Modul an einem Kabel mit 3–5 m.
  • Der Akku ist ein Verschleißteil. Lithium-Ionen hält 2–3 Jahre, LiFePO4 5–7. Prüfen Sie, ob er sich tauschen lässt.
  • Ein Bewegungsmelder spart Ladung: Die Leuchte brennt gedimmt und schaltet hell, wenn sich jemand nähert, und die Ladung reicht für die ganze Nacht.

Solarleuchten eignen sich für Wege, Pavillons, Gartengrundstücke ohne Stromanschluss und als Reserve im Hof. Zufahrt und Stellplatz, die jeden Abend volle Helligkeit brauchen, versorgt man zuverlässiger aus dem Netz.

Netz: Kabel, FI-Schutzschalter, Steuerung

Das Netz liefert das ganze Jahr über einen stabilen Lichtstrom und jede Leistung, braucht aber eine Leitung: Kabel VVGng oder VVGng-LS (ukrainische Kabeltypen: flammwidrig bzw. zusätzlich raucharm) im PE-HD-Wellrohr in 0,7 m Tiefe oder im Kabelkanal entlang des Wegs, einen Leitungsschutzschalter und einen FI-Schutzschalter 30 mA, der bei beschädigter Isolierung abschaltet. Verbindungen nur in dichten Abzweigdosen IP65 oder in Muffen.

Für den Garten gibt es Niedervoltsysteme 12–24 V: ein Netzteil IP67 am Haus und zu den Leuchten ein ungefährliches Kabel, das man flach verlegen kann. Geschaltet wird per Dämmerungsschalter, Zeitschaltuhr, Bewegungsmelder oder WLAN-Relais nach Zeitplan.

Checkliste vor dem Kauf

  • IP65 und höher für alles unter freiem Himmel.
  • Aluminiumdruckguss oder Edelstahl, UV-beständige Abdeckung.
  • Betriebstemperatur ab −30 °C, besonders bei Akkus.
  • 4000 K – Funktionslicht, 3000 K – dekoratives Licht.
  • Solar – Wege und Stellen ohne Kabel; Netz – Einfahrt, Stellplatz, Fassade.
  • Bewegungsmelder oder Dämmerungsschalter, damit das Licht nicht tagsüber brennt.

Kontakt

Brauchen Sie den Rat eines Ingenieurs?

Tippen Sie los – die Ergebnisse erscheinen sofort