Ratgeber zur Auswahl

Leitungsschutzschalter und Kabelquerschnitt: richtig auswählen

Der Leitungsschutzschalter schützt das Kabel, nicht das Gerät: Deshalb richtet sich sein Nennstrom nach dem Querschnitt der Leitung, nicht nach der Leistung des Verbrauchers. Unten finden Sie die Charakteristiken B, C und D, eine konservative Tabelle „Querschnitt – Schutzschalter“ für Kupferleitungen, FI-Schutzschalter 30 mA für Feuchträume und ein Beispiel für einen Wohnungsverteiler.

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  • Team newsuper.shop
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Was ein Leitungsschutzschalter tut und was die Zahlen bedeuten

Ein Leitungsschutzschalter unterbricht den Stromkreis in zwei Fällen: bei Überlast (der Strom liegt längere Zeit etwas über dem Nennwert – der thermische Auslöser spricht innerhalb von Minuten an) und bei Kurzschluss (der Strom ist um ein Vielfaches höher – der elektromagnetische Auslöser spricht innerhalb von Millisekunden an). Beide schützen die Kabelisolierung vor Überhitzung und Brand. Das Gerät hinter dem Schutzschalter schützt seine eigene Sicherung oder Elektronik.

Auf dem Gehäuse: C16 – Charakteristik C, Nennstrom 16 A; 4500 oder 6000 – Schaltvermögen in Ampere, also der größte Kurzschlussstrom, den der Schutzschalter abschaltet, ohne zerstört zu werden; 1P/2P/3P – Anzahl der Pole. Für Wohnungen und Büros genügen in der Regel 4,5 kA; näher an der Trafostation und in Industrieverteilern nimmt man 6 kA und mehr.

Charakteristiken B, C und D

CharakteristikUnverzögerte AuslösungEinsatz
B3–5 × InBeleuchtung, Steckdosen ohne Motoren, lange Leitungen und Netze mit niedrigem Kurzschlussstrom (Dorf, Leitungsende)
C5–10 × InStandard für Wohnungen, Büros und Läden mit gemischter Last: Kühlschrank, Staubsauger, Werkzeug
D10–20 × InMotoren, Kompressoren, Transformatoren, Schweißgeräte – hohe Anlaufströme

Die Charakteristik beeinflusst den Überlastschutz nicht – der thermische Teil ist gleich. Sie bestimmt nur, bei welcher kurzzeitigen Stromspitze der Schutzschalter sofort abschaltet. C funktioniert auch an einer Beleuchtungsleitung, aber B schaltet einen Kurzschluss dort schneller ab, wo der Kurzschlussstrom gering ist.

Kabelquerschnitt und Nennstrom des Schutzschalters

Es gilt eine Regel: Der Nennstrom des Schutzschalters ist nicht höher als die zulässige Dauerstrombelastbarkeit des Kabels. Für Kupferleiter in einer typischen Wohnungsinstallation (Unterputzverlegung, mehrere Kabel nebeneinander, Temperatur bis 30 °C) gelten die konservativen Werte unten. Sie entsprechen der bewährten Praxis nach PUE (ukrainische Errichtungsbestimmungen für Elektroanlagen); für ein einzelnes, offen verlegtes Kabel ist der zulässige Strom höher, den Nennstrom des Schutzschalters erhöht man aber erst nach einer Berechnung.

Querschnitt KupferleiterSchutzschalterUngefähre Last, 220 VTypische Leitungen
1,5 mm²10 Abis 2,2 kWBeleuchtung, Lüftung. 16 A an 1,5 mm² kommt vor, ist aber die Grenze – wir raten davon ab
2,5 mm²16 Abis 3,5 kWSteckdosen, Waschmaschine, Boiler bis 3 kW, Klimagerät
4 mm²25 Abis 5,5 kWKochfeld bis 5 kW, Backofen, Durchlauferhitzer
6 mm²32 Abis 7 kWElektroherd, leistungsstarkes Kochfeld, Einspeisung einer kleinen Wohnung
10 mm²40 Abis 8,8 kWEinspeisung einer Wohnung oder eines Hauses (nach zugeteilter Anschlussleistung)

Ein Aluminiumleiter verträgt weniger Strom: Für denselben Schutzschalter nimmt man den nächstgrößeren Querschnitt. Lange Leitungen über 25–30 m prüft man auf Spannungsfall: Liegt er über 3–5 %, wird der Querschnitt unabhängig vom Strom vergrößert.

FI-Schutzschalter und FI/LS-Schalter

Der FI-Schutzschalter (RCD) reagiert auf Fehlerstrom – gegen Erde oder durch einen Menschen – und schaltet die Leitung innerhalb weniger zehn Millisekunden ab. Gegen Überlast schützt er nicht, deshalb wird er mit einem Leitungsschutzschalter kombiniert oder durch einen FI/LS-Schalter ersetzt, der beide Funktionen in einem Modul vereint.

  • 30 mA – Steckdosen in Feuchträumen und Steckdosenkreise generell: Bad, Küche, außen, Garage, Waschmaschine, Boiler. Das ist die Schwelle für den Personenschutz.
  • 10 mA – einzelne Leitungen mit erhöhtem Risiko: Dusche, Kinderzimmer, Whirlpool.
  • 100–300 mA – Brandschutz-FI an der Hauseinspeisung, selektiv (mit Verzögerung), damit er nicht vor den FI-Schutzschaltern der Stromkreise auslöst.

Der Nennstrom des FI-Schutzschalters darf nicht kleiner sein als der des vorgeschalteten Leitungsschutzschalters: hinter einem C25 ein FI mit 25 oder 40 A. An der Beleuchtungsleitung ist ein FI nicht Pflicht, schadet aber nicht.

Verteileraufbau und Selektivität

Den Hauptschutzschalter wählt man nach zugeteilter Anschlussleistung und Einspeisekabel, die Schutzschalter der Stromkreise eine oder zwei Stufen kleiner, damit bei einem Kurzschluss in einer Steckdose nur deren Stromkreis abschaltet und nicht die ganze Wohnung. Das Spannungsrelais sitzt direkt hinter dem Hauptschutzschalter: Es schaltet alles ab, wenn die Spannung über 250–260 V steigt oder unter 170–190 V fällt, und schaltet mit Verzögerung wieder ein. Ein modulares Schütz schaltet leistungsstarke Leitungen auf das Signal von Zeitschaltuhr, Taster oder Relais: Hallenbeleuchtung, Boiler nach Zeitplan, Last am Wechselrichter.

Jeder Stromkreis bekommt einen eigenen Schutzschalter und ein eigenes Kabel. Legen Sie Beleuchtung und Steckdosen nicht auf eine Leitung: Wenn ein Schutzschalter auslöst, soll das Licht an bleiben.

Beispiel: Verteiler einer Einzimmerwohnung

StromkreisKabelSchutzschalterFI-Schutz
Einspeisung10 mm²C40 2PBrandschutz-FI 63 A 300 mA (selektiv), Spannungsrelais 63 A
Beleuchtung1,5 mm²B10 oder C10 1P–
Steckdosen Zimmer und Flur2,5 mm²C16 1P40 A 30 mA, gemeinsam mit der Küche
Steckdosen Küche2,5 mm²C16 1P40 A 30 mA
Waschmaschine und Bad2,5 mm²C16 1PFI/LS-Schalter 16 A 30 mA
Boiler2,5 mm²C16 1PFI/LS-Schalter 16 A 30 mA
Kochfeld6 mm²C32 2PFI/LS-Schalter 32 A 30 mA
Klimagerät2,5 mm²C16 1P–

Insgesamt rund 19 Teilungseinheiten (TE): Ein Verteiler mit 24 TE lässt Reserve für künftige Stromkreise. Montage und Anschluss übernimmt eine Elektrofachkraft mit Zulassung; diese Tabelle hilft, die Spezifikation aufzustellen und mit ihr dieselbe Sprache zu sprechen.

Typische Fehler

  • Schutzschalter „passend zum Gerät“ – C25 an einem Kabel mit 2,5 mm²: Das Kabel wird heiß, und der Schutzschalter schaltet die Überlast nicht ab.
  • Ein FI-Schutzschalter für die ganze Wohnung – ein Fehlerstrom in der Waschmaschine schaltet das Licht in der ganzen Wohnung ab; teilen Sie in Gruppen auf.
  • FI-Schutzschalter mit kleinerem Nennstrom als der Leitungsschutzschalter – die Kontakte des FI überhitzen, er ist für diesen Strom nicht ausgelegt.
  • Kein Spannungsrelais – ein Neutralleiterbruch im Treppenhaus bringt 380 V an die Steckdosen und zerstört Geräte in Sekunden.
  • Aluminium und Kupfer zusammengedreht – elektrochemische Korrosion, Erwärmung, Brand; nur über Klemmen verbinden.

Technische Berechnung

Welcher Schutzschalter und welches Kabel die Leitung braucht

Leistung, Netz und Leitungslänge eingeben – Sie erhalten Bemessungsstrom, Nennstrom des Schutzschalters, Kupferquerschnitt und Spannungsfall.

Richtwerte: Kupfer in Wand oder Rohr, cos φ 0,95, Charakteristik C, Spannungsfall bis 5 % für Kraftstromleitungen und bis 3 % für Beleuchtung. Die endgültige Auswahl erfolgt nach Projekt und den Errichtungsbestimmungen (PUE) unter Berücksichtigung von Verlegeart und Temperatur.

3,5 kW
25 m
Netz
Verwendung
Strom0 A
SchutzschalterC16
Kupferkabel3×2,5 mm²
Spannungsfall0 %

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