Was die Kelvinzahl bedeutet
Die Farbtemperatur ist der Farbton des weißen Lichts in Kelvin (K). Je kleiner die Zahl, desto gelber das Licht; je größer, desto weißer und dann bläulicher. Eine Glühlampe leuchtet mit etwa 2700 K, die Mittagssonne mit 5500–6000 K, bedeckter Himmel ab 6500 K.
Über die Helligkeit sagt die Zahl nichts: Lampen mit 3000 K und 6500 K und je 1 000 lm leuchten gleich stark, nur in einem anderen Farbton.
Gruppen: Warmweiß (WW) 2700–3200 K, Neutralweiß (NW) 3800–4500 K, Kaltweiß (CW) 5000–6500 K. Auf der Verpackung steht der genaue Wert.
Farbton, Schlaf und Konzentration
Kaltes Licht hat einen höheren Blauanteil. Tagsüber macht es wach und steigert die Konzentration, deshalb beleuchtet man Büros und Klassenräume mit 4000–5000 K. Abends unterdrückt es die Melatoninbildung und verschiebt den Schlaf: In Schlaf- und Kinderzimmer haben 6500 K nichts zu suchen.
Der zweite Effekt ist seit den 1940er-Jahren bekannt. Bei schwachem Licht wirkt ein kalter Farbton düster und grau, ein warmer gemütlich. Bei hellem Licht wird Warmweiß gelb und stickig, Neutralweiß dagegen wirkt natürlich. Daher 2700–3000 K im gedimmten Wohnzimmer und 4000 K über der hell beleuchteten Arbeitsplatte.
Farbtemperatur nach Raum
| Raum | Farbtemperatur | Warum |
|---|---|---|
| Schlafzimmer | 2700–3000 K | Einstimmung auf den Schlaf; am Bett ein Dimmer oder Nachtlicht mit 2200–2700 K |
| Wohnzimmer | 2700–3000 K, zum Lesen 4000 K | Warmes Grundlicht, neutrale Steh- oder Wandleuchte am Sessel |
| Küche: Arbeitsbereich | 4000 K | Natürliche Farbe der Lebensmittel, die Frische von Fleisch und Kräutern ist erkennbar |
| Küche: Esstisch | 3000 K | Essen wirkt appetitlicher, die Atmosphäre ruhiger |
| Bad | 3000 K, am Spiegel 4000 K | Unverfälschte Hautfarbe beim Schminken und Rasieren |
| Kinderzimmer | 3000 K, über dem Schreibtisch 4000 K | Konzentration bei den Hausaufgaben, warmes Licht vor dem Schlafen |
| Diele, Flur | 3000–4000 K | Passend zu den angrenzenden Räumen, ohne harten Übergang |
| Arbeitszimmer, Büro | 4000–5000 K | Konzentration; bei 500 lx ermüden die Augen weniger |
| Garage, Werkstatt, Abstellraum | 5000–6500 K | Maximaler Kontrast für Kleinteile und Beschriftungen |
| Außenbereich, Hof | 4000 K | Weiß ohne Blaustich; dekorative Gartenbeleuchtung – 3000 K |
Eine Zone – eine Farbtemperatur
Das Auge sieht sofort den Unterschied zwischen 3000 und 4000 K an derselben Wand oder Decke. Ein Kronleuchter mit 3000 K zwischen Spots mit 4000 K wirkt wie ein Fehler, nicht wie Absicht.
Zonen mit unterschiedlichen Aufgaben dürfen sich unterscheiden: 4000 K über der Arbeitsplatte und 3000 K über dem Esstisch sind getrennte „Lichtinseln“.
Kaufen Sie die Lampen für einen sechsflammigen Kronleuchter aus einer Charge und von einer Marke: „3000 K“ ist bei verschiedenen Herstellern ein unterschiedlicher Farbton, und in einem Kronleuchter sieht man das.
Wann ein Wechsel der Farbtemperatur sinnvoll ist
Leuchten und Streifen mit CCT („3 in 1“) schalten per Fernbedienung oder Schalter zwischen 3000, 4000 und 6000 K um. Sinnvoll sind sie für Wohnküche, Kinderzimmer und Arbeitszimmer, wo tagsüber Arbeitslicht und abends ruhiges Licht gefragt ist. Im CCT-Streifen mischt der Controller die warmen und kalten Diodenreihen in jedem Verhältnis: Der Farbton ändert sich stufenlos, nicht in drei Schritten.
Nachteile: 30–50 % höherer Preis, und man braucht einen kompatiblen Controller oder Dimmer. Für Schlafzimmer oder Flur mit nur einem Lichtszenario reichen feste 3000 K.
CRI, Oberflächen und Dimmen
- CRI – Farbwiedergabeindex, ein Maß für die Natürlichkeit der Farben. Für Wohnräume ab CRI 80, für Küche, Bad und Modegeschäft 90+. Lampen gleicher Farbtemperatur mit CRI 70 und 95 ergeben ein völlig anderes Bild.
- Oberflächen. Beige Wände und Holz „wärmen“ das Licht: 4000 K wirken darauf wie 3500 K. Weiße Wände und grauer Beton kühlen es. Testen Sie eine Lampe vor Ort, bevor Sie zehn kaufen.
- Dimmen. Eine LED-Lampe wird beim Dimmen nicht gelber, anders als eine Glühlampe. Den „Kaminfeuer“-Effekt liefern Dim-to-Warm-Lampen: Sie gehen bis auf 1800–2200 K herunter.




















